Vor vielen Jahren hatte ich mal ein Meeting mit Kollegen bei dem ums Datensicherung ging. Bänder der Wochensicherung wurden immer zu einem anderen Büro geschickt um somit in einem K-Fall relativ schnell wieder einen Betrieb zu ermöglichen. Die Diskussion damals ging darum, wo mal alternativ die Bänder zentral lagern könnte… wo macht als die Firma niemals eine Filiale auf da die Stadt nicht attraktiv genug ist und/oder dort es kein Business gibt. Kurze Denkpause und 6 IT’ler sagen im Chor: Hannover…
Hannover galt in unserer Gruppe als die hässlichste Stadt Deutschlands. Das Meeting fand 1997 statt und Hannover wurde von uns IT’ler nur zur CeBit besucht. Eine Stadt kann dann schon täuschen…!

Ich bin inzwischen schon ein paar Mal in Hannover gewesen, aber niemals konnte ich mir die Zeit nehmen die Stadt so wirklich zu erkunden.

Diesmal stand Stadtführung auf dem Programm – zwar nicht mit einem Guide, allerdings mit dem sehr guten persönlichen Stadtführer „Der Rote Faden“ (Erhältlich im Tourist-Büro). (Auch als App erhältlich)

Ein Roter Faden zieht sich durch die Stadt und ein kleines Büchlein erklärt die wichtigsten Punkte einfach und prägnant auf den Punkt.

Der Weg führte uns über die Elegante Luise – eine 80er Jahre Einkaufsmeile vom Bahnhof in die Stadt.

Einkaufsmeile

Natürlich ging es am Opernhaus vorbei – leider nur von außen, die Aufführungen sollen sehr gut sein.

Hannoversche Opernhaus (1852)

Weiter vorbei an Patrizierhäusern die deutlich machen, dass Hannover eine lange Tradition im Lebensmittelgroßhandel hat.

Kaffee-Rösterei und -Handel „Ernst Grote Kaffee“ (1873)

Hin zur Aegidienkirche, die einen etwas sprachlos und sehr beklommen aufnimmt. Seit dem 10. Jahrhundert stand hier über Kapelle und Kirche ein Gotteshaus das den Menschen gedient hat, jetzt ist nur noch die Fassade übrig. Übriggeblieben im Bombenhagel 1943 und seit dem ein Mahnmal und eine Gedenkstätte für die Opfer von Kriegen und Gewalt.

Aegigienkirche zu Hannover – Eine Gedenkstätte für die Opfer von Kriegen und Gewalt

Aegigienkirche zu Hannover – Eine Gedenkstätte für die Opfer von Kriegen und Gewalt

Eindrucksvoll die Friedensglocke die von der Partnerstadt Hiroschima gestiftet wurde.

Aegigienkirche zu Hannover – Eine Gedenkstätte für die Opfer von Kriegen und Gewalt

Aegigienkirche zu Hannover – Eine Gedenkstätte für die Opfer von Kriegen und Gewalt

Aegigienkirche zu Hannover – Eine Gedenkstätte für die Opfer von Kriegen und Gewalt

Weiter ging es zum Rathaus, das anders wie in München nicht in der Innenstadt/Fußgängerzone liegt sondern (leider) von dicken Touri-Bussen frontal zugeparkt werden kann.

Neue Rathaus Hannover (1913) – ein Bar bezahlt aber auf dünne Stelzen gestellt.

Der Prachtbau aus den 1910er Jahren („Bar bezahlt“) beeindruckt durch seine fast 40 Meter hohe Kuppelhalle. Leider hatte wir das mit der kuriosen Aufzugfahrt auf die Kuppel verbasselt, daher nur Bilder von „unten“.

Neue Rathaus Hannover (1913) – ein Bar bezahlt aber auf dünne Stelzen gestellt.

Neue Rathaus Hannover (1913) – ein Bar bezahlt aber auf dünne Stelzen gestellt.

Ein weiteres Highlight für mich war Kestner-Museum – in dem man mal wieder sehen konnte, dass eine Symbiose aus alt und neu nicht nur denkbar sondern auch schön ist! Die 5000 Fenster der Außenfassade sind wohl der (Alb-)traum eines jeden Fensterputzers.

Das Museum August Kestner – halb alt, halb neu.

Das Museum August Kestner – halb alt, halb neu.

Am Ende führte unser kurzer Rundgang noch in die kleine aber feine Altstadt von Hannover – die ich vorher nicht kannte und auch nicht erwartet hätte! Als Süddeutsche fühlt man sich bei solchen schmucken Häusern sofort wieder heimisch und wohl!

Hannover Altstadt

Hannover Altstadt

Hannover Altstadt

Am Ende ging es noch kurz in die Marktkirche von Hannover – auf den ersten Blick „nur eine Backsteinkirche“ – aber mit einem für mich besonderen Charme.

Marktkirche zu Hannover

Leider leider hatten wir nur ein paar Stunden. Mit mehr Zeit und dem tollen Roten Faden-Stadtführer wäre es bestimmt möglich gewesen noch mehr neue Seiten von Hannover zu entdecken. Noch mehr unerwartetes. Noch mehr Geschichten.