Wer 1989 aktiv erlebt hat, wer noch die Zeit eines geteilten Deutschlands kennt, wer die Schulfahrt nach Berlin(West) gemacht hat inkl. obligatorischem Besuch in Berlin(Ost), wer Aluminium-Geld in den Händen gehalten hat – für den erzeugen ggf. so wie bei mir Besuche an Stellen der Innerdeutschen Grenze (aka Mauer) eine Gänsehaut. Ein Kopfschütteln.

Ich kenne Berlin seit dem ich ca. 6 bin. Wir waren öfters dort um Bekannte zu besuchen. Ich kenne noch die Mauer vor dem Brandenburger Tor. Ich bin im Zug durch „die Zone“ von unfreundlichen Grenzen als 8jähriger Nächtens geweckt worden und ich bin mit Tempo 80 noch auf DDR Autobahnen (mit)gefahren. Palonk. Palonk. Palonk.

1989 war ich 18 und hatte eher mit mir zu tun – die Wende kam so nebenbei. Realisiert habe ich das erst Jahre später, als ich Kollegen hatte, die mit dem Trabi auf den Hof gefahren sind und einen komischen Dialekt sprachen (Fuffzsch).

Je größer der Abstand zu „damals“ wird, je mehr realisiere ich, in welcher komfortablen Welt wir jetzt leben – je mehr bin ich darüber erstaunt was damals passiert ist. Wie es zur Trennung eines Landes gekommen ist. Was da passiert ist. Und: Was Gott sei Dank NICHT passiert ist!

Jedes Mal, wenn ich an der ehemaligen Grenze bin, bin ich dankbar im „Westen“ geboren und aufgewachsen zu sein. Diesmal war ich nicht in Berlin an der Mauer sondern in der Rhön an Point Alpha. Hier steht noch ein Stück der innerdeutschen Grenze, eine Grenze die Dörfer und Gehöfte geteilt hat – aber nie die Menschen.

Möge es so bleiben. Für immer und überall.