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mein fotografischer weg

Neudüsterstein

Der Sommer ist vorbei. Die Ferien auch.

Zum Abschluss wollten wir die Corona-Chance nutzen und das Schloß Neuschwanstein besuchen. Das ist geöffnet – aber wegen der Abwesenheit von vielen Touristen aus Fernwest und Fernost etwas leerer als sonst. Man muss die Karten online buchen, daher ist einfach der 6.9. geworden. Wir haben auf gutes Wetter gehofft und Regenwetter bekommen. 

Man muss es nehmen wie es ist.

Die Führung ist relativ kurz und erklärt wird nicht zu viel, das Schloß und vor allem der Innenausbau ist sehenswert. Keine weiteren Spoiler.

Ebenfalls sehenswert ist der Weg durch die Pöllatschlucht abwärts zum Parkplatz. Mit Blick auf Marienbrücke und Wasserfall – von unten fast besser als von oben.

Ein kleiner Abstecher nach Füssen, mehr war bei dem Wetter nicht drin. 

Man muss es nehmen wie es ist.

Auch Neuschwanstein.

Bewegungsenergie

Inzwischen kann ja wieder in die Museen und Ausstellungen gehen.

In München gibt es eine für mich immer sehr sicheres Ziel wenn es um Ausstellungen im Bereich Fotografie geht: Die Kunstfoyer der VKB.
Aktuell wird hier noch die Retrospektive von Toni Schneiders gezeigt. 

Virtuelle 360 Grad Führung auf YouTube durch die Ausstellung “Schaut her!” Toni Schneiders. Retrospektive.

Kannte ich nicht – aber die wenigen Bilder die man online sehen konnte fand ich interessant. 
Die Ausstellung war nicht nur interessant, sondern hat mich sprachlos gemacht.
Zum ersten Mal sehe ich Bilder eines Fotografen aus den 50er und 60er Jahre, die meiner Bildsprache und meinen Sehgewohnheiten entspricht. 

Emotional ein wenig gepushed mit der Fuji in der Hand habe ich die rest-freie-Zeit genutzt um ein wenig durch München zu spazieren. Habe mich treiben lassen und wieder versucht ein wenig zu sehen und zu fühlen. Es sind nicht viele Bilder die ich mitgebracht habe, aber mit denen bin ich doch irgendwie zufrieden.

Kindheitserinnerung

Unser Vater hatte eine besondere Leidenschaft: Feldhockey. 

Die ganze Familie war am Ende damit infiziert – war auch nicht schwer, wenn man quasi (gefühlt) jeden freien Moment seiner Kindheit auf einem Hockeyplatz oder in der Halle verbracht hat. 

Heidelberg, Kickers, Ulm. Irgendwie waren wir immer im Auto, immer auf dem Weg zu einem Spiel oder einem Turnier, auf einem Platz oder in der Halle. 

Ganz am Anfang war da in den 1970er das alte Vereinsheim. Da ging es immer „Auf’s Plätzle“. Einer langgezogenen Baracke mit Umkleiden und Vereinslokal. Daneben aus 1“ Zinkrohren selbstgeschweißte Spielgeräte. Schaukel aus Autoreifen. 

Und ein Rasenplatz. Nicht so einer wie in Ulm oder bei Kickers, ein Acker.

Man saß draußen auf Bierbänken, es wurde gegrillt und kein Mensch hat was gesagt, wenn ich für meinen Papa eine Halbe geholt habe. Naja, Finger rein in den Bierschaum und abgeleckt. Am Abend ist man mitten zwischen den Erwachsenen auf der Bank eingeschlafen.

Das „Plätzle“ war meine Kindheit. Einen kleinen Marsch entfernt vom Monrepos, mitten irgendwo zwischen den Feldern im Nirgendwo. Eine schöne Spielwiese für uns Kinder.

Heimelig.

1980 hat der Verein dann an neuer Stelle neu gebaut. Groß. Modern.

Anstelle eines Ackers gab es einen Kunstrasenplatz und mit dem kamen die Bänderrisse und verbrannte Schürfwunden.

Ich habe 1986/1987 aufgehört zu spielen. Ich war kein großes Talent und es gab irgendwie wichtigeres in meinem Leben. 

Trotzdem spüre ich heute noch immer eine sehr große Verbundenheit zum Feldhockey. 

Als ich heute meinen großen Sohn zum Aikido-Training gefahren habe, außerhalb von Markt Schwaben, auf dem alten Platz des SC Markt Schwaben, da hat es mich wieder zurückgeworfen. In die Zeit als ich noch klein war und die Zeiten irgendwie in Ordnung. Auch wenn es ein Fußballplatz war.

Sommer Sonne Sonnenschein

Er ist doch noch da. Der Sommer.

Eine gute Möglichkeit mit einer großen Picknickdecke am Feldrand sich in das Gras zu legen und die aktuelle Ruhe zu genießen. 

Also: Lasst das Handy im Haus, nehmt ein Buch mit und entspannt zwischen den Blumen unter der Sonne! 😉

Ein Tag am See

Chiemsee, Tegernsee, Schliersee.

Alles sind wunderbare Ziele in Oberbayern, wenn man am Wasser in der Nähe der Berge sein möchte. 
Alles sind schlechte Ziele, wenn man einfach Mal ein wenig seine Ruhe haben möchte.

Es ist nicht einfach in Bayern schöne Natur zu erleben und trotzdem irgendwie nicht dahin zu reisen/wandern wo alle hingehen. Wenn man dabei noch an Wasser und/oder Berge möchte wird es quasi unmöglich.

Wir haben das unmögliche geschafft und sind mit dem neuen eAuto (Bericht folgt) an den Kochelsee gefahren. 
Wunderbare Natur, nahe der Berge, entspanntes Wasser, relative einsame Wanderwege. 

Die Stechviecher am Ufer haben genervt. Und der abendliche Gewitterregen.

Trotzdem hatten wir entspannte Tage am See. 
In den Bergen. In der Natur. In der Ruhe.

Zu kurz.

My Home is my Office.

15. März 2020 – eine neue Arbeitswelt beginnt.

Home-Office. Ich mag eigentlich kein Home-Office.
Jetzt sind wir alle im Home-Office.
Alle Kollegen, alle Kunden. Die ganze Familie.

Da dies absehbar länger dauern wird, habe ich mir im Schlafzimmer einen provisorischen Arbeitsplatz eingerichtet, denn im Erdgeschoss arbeitet meine Frau. Den großen Schreibtisch im Keller habe ich meinem Sohn zum Home Schooling überlassen. Provisorien leben nach meiner Erfahrung am längsten.

Ab und an bekomme ich Besuch von meinem kleinen Sohn der – ebenfalls im KiTa-Home-Office – mir seine neuesten Lego-Kreationen zeigt oder einfach so mal vorbeischaut.

Die eine oder andere Telefonkonferenz haben wir auch in der Küche geführt und nebenbei das Mittagessen gemacht. Man wird sehr flexibel wann, wo und wie man Konferenzen durchführt.

Der gemeinsame Kaffee mit den Kollegen entfällt, ich muss mit mir selbst Kaffee trinken. Mir fehlen meine Kollegen und der Plausch mit ihnen, da helfen auch “virtuelle” online-Kaffeetrinken-Video-Konferenzen nicht.

Einmal bin ich in unser Büro gefahren, um meinen neuen Laptop abzuholen. Trostlos stehen die Schreibtische einsam im Großraumbüro.

Jeder zweite Schreibtisch wartet auf seinen Menschen. 

Wieder Zuhause geht das Home-Office Leben weiter mit Ansichten und Aussichten aus dem Fenster und der nächsten Video-Konferenz.

Mit Kollegen. Mit Kunden. Mit Menschen die auch im Home-Office sind und genauso leiden und leben wie wir.

Ein Punkt ist mir besonders wichtig: Ohne meine Frau würde das alles nicht funktionieren! Sie schafft es in ihrem 50% Teilzeit-Beruf nebenbei noch Home-Lehrerin, Home-Entertainerin, Home-Care, Home-Beschafferin u.v.m. zu sein. Danke mein Schatz! Wir sind ein tolles Team, du bist die Stütze der Familie in der Corona-Zeit! Ich Liebe Dich!

Sonntagsausflug

Es gibt immer einen guten Grund für einen Ausflug.
Egal ob es Sonntag ist oder nicht.
Es gibt noch bessere Gründe um ins Altmühltal zu fahren – zB. um nach fast 80 Tage zum ersten Mal wieder mit den Kindern die Großeltern zu sehen.

Kinding im Altmühltal ist nicht die Mitte zwischen München und dem Wohnort der Großeltern – aber für unsere Renault ZOE so ziemlich der äußerste Rand den wir ohne große Zwischenladepause so erreichen können.

Das Altmühltal ist immer einen Ausflug wert – wir waren hier erst vor ein paar Wochen (Bilder stehen noch aus), die Gegend besticht aus einer Mischung von “so wie früher” und frisch renoviert.
Aktuell natürlich im Corona-Lockdown alles irgendwie schlafend.

Nach einem sehr guten Essen mit kostenloser Ladung der ZOE im Hotel ging es ein wenig spazieren.

Auf dem Rückweg gab es noch eine alte römische Brücke als Highlight – wenn man nicht aufpasst, dann könnte man das fast für die Toskana halten. 😉

Pusteblume

Pusteblume

Im Fernsehen ein Stück Kindheit.
Im Garten ein Grund für Rückenschmerzen.
Auf der Wiese ein heller Farbpunkt, der zum Meer werden kann.
Im Wind eine Startbahn für viele neue Träume.

Desert Island – one Camera, one Lense

Auf Youtube ist mir ein Video von Andrew & Denae über den Weg gelaufen das mich wirklich neugierig gemacht hat: „What is your “desert island” camera and lens?“

Was wäre denn meine Combo für die einsame Insel?

Ist es das iPhone – frei nach dem Motto: Die beste Kamera ist die Kamera, die man dabeihat?

Oder dann doch das Arbeitstier X-T3 mit dem 16-80/4? Oder doch das 16/1.4? Oder lieber das 90/2?

Nein, es wäre die X100F – einfach deswegen: wenn ich alleine auf einer einsamen Insel bin, dann bin nicht nicht der Familienfotograf, muss ich keine Bewegung einfangen, ich muss nicht schnell sein, keiner will die Bilder in wenigen Sekunden auf einem großen Display sehen.

X100F

Ich hätte ja Zeit. Zeit mich auf ein Motiv zuzubewegen. Zeit den richtigen Moment zu suchen. Es wären Bilder nur für mich, in meinem Look. Nach meinem Geschmack. 

Wo ist das nächste Abenteuer?

Und hier unterscheidet sich aktuell meine Fotografie (und mein Equipment).

Lost Place

Bedeutet das, dass ich eigentlich (mal wieder) zu viel im Schrank liegen habe?

Little Beauty

Eine Frage, die mich wirklich ein wenig beschäftigt hat – und auf die ich am Ende dann doch mit (relativ) gutem Gewissen „Nein“ sagen konnte. Ja, ich brauche das Fisheye nicht wirklich regelmäßig und das 23/2 ist grundsätzlich doppelt vorhanden (X-T3+23/2 vs. X100), aber alles hat da seinen guten Sinn und Zweck.

Und was macht mein GAS?

Nix. Fast nix. Da gibt es eine neue 23/1.4 Linse von Viltrox oder das sagenumworbene 56er von Fuji, beide haben einen gewissen Reiz. Oder die neue X100V die natürlich noch besser als meine X100F ist. Oder doch die X-T3 gegen eine X-Pro3 eintauschen und damit die X100F einsparen? Nein. Alles hat gerade seinen Zweck, seinen Sinn. 

Lost Place

Bewusste Fotografie mit der X100F und Arbeitstier X-T3 für alles wo es das Quäntchen mehr Flexibilität und Features braucht. Und das iPhone? Das ist immer dabei, und doch als Foto seltener im Einsatz als man denkt. Irgendwie ist es dann doch keine Kamera.

Me, myself and my Cam

Und? Welche Kamera nehmt ihr mit auf die einsame Insel?

Männergesichter

Ich poste hier nur wenig über meine „Auftragsarbeiten“.
Vor allem, weil das idR. Keine öffentlichen Aufträge sind, d.h. ich begleite Familienfeste oder dokumentiere einen Event. Private Bilder meiner Kinder oder Familie versuche ich hier auch zu vermeiden – dafür gibt es ja auch noch unseren Familien-Blog. Dazu kommen meine Einsätze bei Recover Your Smile – auch nix was ich hier posten kann oder will.

Ich mache jetzt mal eine Ausnahme – denn die Person dieses Auftrags ist eine öffentliche Person. Unser evangelischer Pfarrer. 

Bildrechte: Michael Simonsen

Im Rahmen seines Portfolio-Aufbaus und -Darstellung suchte er passende Bilder. Zusätzlich zu seiner klassischen seelsorgerischen Ausbildung hat Michael einige weitere Ausbildungen absolviert und bietet seine Expertise als Coach und Berater auch unabhängig der Konfession an. Dafür benötigt er passende Bilder. Eine tolle Aufgabe die ich gerne übernommen habe.

Passende Bilder, das bedeutet hier also Bilder, die den Charakter des Menschen widerspiegeln, die Vertrauen bilden. Offen, sympathisch, authentisch. 

Bildrechte: Michael Simonsen

Für mich eine wunderbare Gelegenheit mal mit einem Mann zu arbeiten – was sehr anders ist als mit einer Frau. Verführerisch, kokett, sinnlich, verträumt, verliebt – das sind Posen, die bei Männern eher ungewöhnlich sind. Auch maskulin, stark – oder in diesem Fall besonders fröhlich – hätte nicht gepasst. Pose, Umfeld, Hintergrund sollten zur Aussage passen. 

Wir haben on location gearbeitet, nur available Day Light oder mit der vorhandenen Beleuchtung – ich vermeide den Blitz wo nur möglich. Der Rest ist dann noch ab bisserl Lightroom und Photoshop für den einen oder anderen Hautmakel. Das darf sein. Auch bei Männer.

One more thing: Unter den Bildern steht „Bildrechte Michael Simonsen“ – und das mit gutem Grund. Ich trete meine Bildrechte ab. Warum? Weil es mir nicht um Bildrechte geht. Mit geht es nicht um Ruhm und Ehre. Mir geht darum eine Herausforderung zur Zufriedenheit zu lösen. Ich lebe nicht von der Fotografie, dies war ein Pro Bono Auftrag. Ich möchte auch nicht später mit jemand über Verwertungsrechte diskutieren.