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mein fotografischer weg

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Autor: oli (Seite 1 von 11)

Nachtrundgang

Haben Sie Poing schon bei Nacht gesehen?

Nach dem ich jetzt in Hannover mir schon mit High-ISO und tiefem Schwarz die Nacht um die Ohren geschlagen hatte, bin ich bei meiner nächtlichen Spazierrunde durch Poing mich mal mit der X-Pro2 und dem 23/2 versucht.

Ich laufe gerne am Abend mal eine kleine Runde „ums Dorf“, d.h. 6km strammes laufen. Nach 45 Minuten ist die Runde vorbei. 

Diesmal hatte es etwas länger gedauert (auch weil ich kleinere Umwege genommen hatte) – und eben auch da ich hier und da mir einen Moment Zeit genommen habe, um das Licht zu suchen.

Sicherlich ist ein Dorf wie Poing nicht so spannend wie Hannover. 

Da ändert auch unsere neue katholische Kirche nichts daran.

Aber es war eine nette Fingerübung und Gewöhnung an die 23/2. Ich glaube, die nutze ich jetzt öfters! 

Alle Bilder auf Basis des JPG Rezepts von Thomas B Jones “Spotlight”. Also straight out of camera.

Hannover Night

Mal wieder eine kleine Dienstreise. Diesmal Hannover – nicht etwa meine Traumstadt. Wobei ich mich ja durchaus mit Hannover versöhnt hatte.

Jetzt war es eigentlich der Plan einen guten Freund zu treffen der vor vielen Jahren von München der Liebe wegen nach Hannover gezogen ist – allerdings musste er aus wichtigem Grund kurzfristig absagen.

Also bin ich nach einem guten essen im Masa mit meiner kleinen Taschenknipse durch die Stadt gezogen. Die Fuji X-M1 passt tatsächlich mit dem Fuji XF27/2,8 in meine Jackentasche.

Eingestellt hatte ich ein JPG Rezept von Thomas B. Jones. Spotlight entspricht so meinem Geschmack was sw-Bilder angeht.

Die Bilder gibt es auch alle auf Instagram – da im 1:1 Format. Bei dem einen oder anderen Bild ist das sogar ein Gewinn, machmal auch auch nicht.

Damit bin ich also durch die Straßen gezogen. Und weil die Stimmung so alleine in der dunklen kalten Stadt schon ein wenig gedrückt war, habe ich mir aus der Musik Jukebox ein wenig Fado auf die Ohren gegeben. Hat irgendwie gepasst. Die neuen Flatrate-Jukeboxen bringen einen immer öfter mit guter Musik in Laune. Oder die Laune bestimmt die Musik.

Es war jetzt ein kurzer Walk, es hätte bestimmt auch noch bessere Spots gegeben – aber irgendwann wollte ich ins Warme und bei einem guten Feierabendbierchen ins Bett fallen. Irgendwann ist dann halt doch Feierabend.

Linsengericht auf den Ohren

oli bei den Fotolinsen

Ich darf meine Leser freundlichst auf die aktuelle Folge der “Die Fotolinsen” aufmerksam machen – eine kleine (hüstel) Sendung mit mir.

https://die-fotolinsen.podigee.io/29-029-shashin-do

Holger und Matthias haben mich anlässlich ihres Urlaubs-Ferien-Bild-Wettbewerbs eingeladen um mit mir über mein Bild zu quatschen.

Auf der Transalpina

Das war ein sehr angenehmes und lustiges Gespräch mit Holger und Matthias. Vielen Dank fürs dabeisein!

Hier noch der “Affenfelsen” vom Königssee

Inmobile Modells

Ein freier Tag hat mir die Möglichkeit gegeben mich im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke umzusehen. Neben der Glyptothek ein perfekter Ort sich mit Modells auseinanderzusetzen die still halten und nicht ungeduldig werden.

Ich habe die Gelegenheit auch genutzt um sehr reduziert mit einer Brennweite und einem JPG Rezept (Spotlight by https://www.thomasjones.de) zu arbeiten.

Ich wollte wieder Licht sehen üben.

Auf den Hintergrund achten.

Details sehen.

Leider habe ich mir die ganzen Namen der Abgüsse nicht gemerkt (oder abfotografiert) – ich hoffe die Kunstkenner mögen mir dieses verzeihen.

Makro-HERBST

Es gibt fotografische Sujets die gehen nicht so wirklich an mich heran. Tiere zB. – so nett Hund/Katze/Maus auch ist, mehr als Schnappschüsse mache ich da nicht.

In diese Kategorie gehört auch “Makro”.

Zu jedem meiner Kamerasysteme (Pentax, Nikon, Panasonic) hatte ich mir ein Makro gekauft – immer mit dem Vorsatz: Im Winter wenn es Kalt ist kann ich damit coole Sachen machen. Und jedesmal habe ich das Makro-Objektiv nach ein paare Monaten wieder verkauft.
(Im Winter hat es eh kein Licht. Ohne Licht – nix Foto. Und kalt ist es obendrein.)

Bei Fuji bin ich ein wenig einen anderen Weg gegangen – anstelle das 80mm als Makro zu kaufen habe ich mir einfach einen Makro-Konverter gekauft. Kostet nur ein Bruchteil eines Objektives und für die 2-3 Situationen in denen man es etwas näher und größer benötigt reicht das vollkommen aus.

Dieses Bilder sind also keine Kunstwerke. Eher Fingerübungen. Aus der Lust heraus entstanden bei dem schönen Sonnenlicht irgendwas mit meiner Kamera zu machen.

P.S.: Der MCEX-11 kombiniert mit dem 16mm/f1,4 von FUJI hat dann eine Naheinstellgrenze AUF der Frontlinie. Also nicht wirklich nutzbar. Für euch getestet! 😉

Rumänien 2019

Sorry – jetzt wird es länglich.    tl;dr wäre okay. (Über Kommentare freue ich mich trotzdem!)

Burg Corvin

Auch dieses Jahr haben wir wieder Urlaub in Rumänien gemacht. 2018 war es ja sehr beeindruckend für uns, 2019 war auch schön – aber nicht mehr ganz so total umwerfend.

Daker-Festung Sarmizegetusa Regia

Dabei war unser Urlaub 2019 komplett anders aufgesetzt – als Road Trip, also mit wechselnden Hotels um weniger Zeit im Auto und mehr on Location zu verbringen. Die Planung ist nicht ganz aufgegangen.

Wir sind am Ende dann doch fast 2.000km mit dem Mietwagen durch Transsilvanien und die Walachei gefahren – in etwa so viel wie letztes Jahr. 

Straße und Berge

Der große Unterschied zu letztem Jahr waren die Berge. Sind wir letztes Jahr an einem Tag mal schnell über den Transfargarasan  gefahren, so haben wir dieses Jahr sowohl im Nationalpark Retezat und auf der Transalpina ein paar Nächte in den Bergen verbracht und auch für Wanderungen genutzt.

Nach der ersten „Aktivwoche“ war die zweite Woche etwas entspannter mit mehr Kultur.

Insgesamt war der Familienurlaub wunderbar, natürlich hätten wir hier und da ein wenig was zu optimieren gehabt.

Einzig der echte Kontakt mit der Bevölkerung blieb uns auch dieses Jahr verwehrt – irgendwie haben wir noch immer nicht den richtigen Draht hier mehr mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Wer also Bilder von alten Frauen in Trachten auf Pferdewagen hier sucht – Fehlanzeige! 😉 

Urlaubsfotograf

Fotografisch habe ich mich sehr reduziert. Wer fliegt und dann nur im (kleineren) Mietwagen unterwegs ist, der muss Prioritäten setzen.

Kleines Besteck

Mal ein paar Zahlen:

Von den final übrig gebliebenen 520 Bildern sind 130 mit dem iPhone entstanden.

Mit der X-T20 haben ich also 390 Bilder gemacht, davon 297 mit dem 10-24.

Von den 93 Bildern die ich mit dem 18-55 gemacht habe waren 49 im Brennweitenbereich bis 24mm, die restlichen 44 dann mit 24mm bis 55mm. Die Reduktion auf einen Body und 2 Objektive war okay, anstelle des 18-55 hätte auch das 50/2 gereicht. 

Teilweise habe ich allerdings auch das 10-24 mit der Panorama-Funktion der X-T20 ergänzt/ersetzt. Manchmal sind 10mm einfach nicht Ultra-Weitwinkelig genug. Oder anders gesagt – das 18-55 mit Panoramafunktion hätte es am Ende auch getan. Vielleicht.

Ich habe wieder neues über meine X-T20 lernen dürfen, so zB. ist die Panoramafunktion in Hochformat und Querformat möglich, auch die Richtung kann man einstellen. Was mir fehlt ist noch eine Funktion das Panorama zu stoppen, um sich nicht wie eine Eule den Oberkörper um 180° drehen zu müssen. Gerade als UWW Ersatz mit dem 18-55 zum 10-24 wäre das praktisch nur ein halbes Pano machen zu können.

Das einblenden des Histogramms und der der Überbelichtungsanzeige haben mich motiviert mehr „Expose to the right“ zu betreiben. Ich muss weiter daran üben, das spart Zeit in Lightroom und reduziert das Rauschen in den Bildern.

Speicher und Backup

Auch an meinem Speicherkarten-Konzept habe ich gearbeitet. Bin ich es doch von der X-Pro2 (und früher der D7000) gewohnt mit 2 SD-Karten arbeiten zu können, hat die X-T20 nur einen Kartenslot. Das wird ja in der Community verteufelt – und hat tatsächlich so seine Herausforderungen beim Travel-Backup. 

Standardmäßig halte ich das ja so, dass die 1. Karte nach jedem Import gelöscht wird und die 2. Karte erst nach der Rückkehr. Das geht sich dann mit einem Kartenslot nicht mehr aus.

Wichtig ist es in Lightroom nach dem Import nichts zu löschen – dann kann man die SD-Karte in der Kamera einfach vollmachen. Der inkrementelle Import von Lightroom hilft einem dann die Bilder auf den PC zu bekommen. Aber wehe man lösche Bilder in Lightroom! Chaos. 

Ich habe die Karte 2 Mal getauscht und sicher verwahrt, auch hatte ich eine kleine 1TB SSD dabei, um mit Time Maschine Backup machen zu können. Das externe Backup via WLAN auf die Synology Zuhause ist ziemlich ausgefallen – wir hatten viel Pech mit den WLANs der Hotels. 

Motive

Rumänien bietet unheimlich viel Abwechslung für Fotografen. Alte Burgen, schroffe Berge, ausgedehnte Landschaften, Kirchen und Kloster, urbane Städte und kleine Dörfer. Alte Straßen, Pferdefuhrwerke, kaputtes am Wegesrand – und natürlich Menschen.

Car-Skulptur

Wie letztes Jahr habe ich mich versucht mich auf das Schöne, das Besondere in diesem Land zu konzentrieren und nicht auf das was wir standardmäßig Ländern wie Rumänien, Bulgarien oder Georgien verbinden: Armut und heruntergekommene Gebäude.

Ich hätte das auch haben können – in Eisenmarkt war ein Großteil der rumänischen Eisenverarbeitung – natürlich liegt da vieles brach nach dem Zusammenbruch des Kommunismus. Wirtschaftlich produzieren kann man mit den Anlagen dort sicher eher nicht. Auch sonst stehen jede Menge „Lost Places“ am Straßenrand. 

Wer mit der Familie unterwegs ist kann hier aber wenig darauf eingehen – was hätten die Liebsten denn machen sollen, solange Papa da rumturnt?

Auch bin ich (doch) nicht am Abend losgezogen, um bei anderem Licht noch das eine oder andere Motiv einzufangen. 

Selfie

Learnings

Was nehme ich aus der diesjährigen Reise mit? 

Ich muss an meinen Motiven arbeiten. Sonnensterne und UWW Landschaften habe ich jetzt ausreichend viel produziert. Es wird Zeit für Neues. Auf der Transalpina habe ich tatsächlich ein paar nette Aufnahmen gemacht in dem ich nicht einfach leere Straße mit Landschaft komponiert habe, sondern gewartet habe bis ein paar schwere Maschinen durchs Bild gerollt sind. Mehr davon oli. 

Eine X-T20 ist eine tolle Reisekamera, das 18-55 reicht vollkommen aus und ich wünsche mit noch immer ein iPad mit einem sehr schnellen Import der Bilder und Cloud Sync. Das Macbook war mir einfach viel zu groß. Wenn man andere Reisen machen möchte (Patagonien?) und wirklich nur 2-3 Rucksäcke hat, dann zählt jedes Gramm und jeder Deziliter Volumen. 

Lagerfeuerromantik

Wenn ich mir die aktuellen iPhone 11 Modelle so ansehe und meine üblichen Motive kann ich mir aber auch sehr gut vorstellen hier im nächsten Urlaub nur und ausschließlich mit einem iPhone 11 zu arbeiten. 

Made on iPhone

Wer es bis hier hin geschafft hat, der hat es auch verdient einen Kommentar unter den Blogpost zu setzen. Gell? :-p 

Hollaröhdulliöh!

Als Kind der 70er mit einem größeren Bruder bin ich natürlich „Watzmann-geschädigt“. Der Watzmann – jener sagenumwobene Berg in Bayern. Zweithöchster Berg in Deutschland. 

Schon ewig möchte ich den Watzmann übersteigen, der Respekt vor einer Tour alleine und der Stau auf dem Watzmanngrat haben mich bisher davon abgehalten. 

Also dann lieber mal Watzmann light, sozusagen als Scouting Tour. Lage checken am Königssee.

Groß und mächtig,

Königssee im Sommer ist gleichzusetzen mit Touristen, Touristen und nochmals Touristen. Ich käme nie auf den Gedanken hier am Wochenende herzufahren. Also habe ich mich in meiner ersten Urlaubswoche zu einer unchristlichen Zeiten ins Auto geschwungen und bin die Strecke von München Richtung Berchtesgaden gefahren.

Obsersse Westufer

Das erste Boot über den Königssee in Richtung Obersee geht um 08:00 und meine Hoffnung war, dass der typische Tourist da noch am Frühstückstisch sitzt. Die erste Augustwoche ließ mich hoffen, dass das Wetter nicht wirklich schlecht sein sollte. Hoffen.

Der Plan ging fast auf. Die frühe Anfahrt war super, genügend Zeit vorher noch in einer lokalen Bäckerei zu frühstücken und rechtzeitig am Steg zu sein um im ersten Boot zu sitzen. Eine gute Stunde dauert die Überfahrt und die Wetterbedingungen um 07:45 waren noch so la-la, das wird schon halten. Also nur ein Fleece angezogen und die Regenjacke im Auto gelassen. Kleines Gepäck, kein Rucksack nur die Cosyspeed um die Hüfte. Ich wollte schnell und agil sein.

schicksalsträchtig,

Auf der Überfahrt fing es an zu nieseln. Der Traum schöner Bilder mit Spiegelungen im ruhigen Wasser und einsamen Stellen am See, von genüsslichem Fotomeditieren und einer entspannten Wanderung wurden im kühl-feuchten Nieselregen ertränkt. 

Der Tag wird das, was du daraus machst.

um seinen Gipfel jagen

Also Zähne zusammenbeißen und loslaufen. Alleine und ohne großes Gepäck bin ich sehr zügig vom Königssee zum Obersee gelaufen und habe trotzdem die Muse gefunden an den „üblichen Stellen“ – also den bekannten Instagram Hotspots – „mein“ Bild zu machen. 

Obsersse Westufer

Nebelschwaden.

Die Bilder waren gut – aber nicht wichtig. Wichtig war der Tag „Auszeit“, mehr als das erlegen von längst tod-fotografierten Instagram-Hotspots.

Affenfelsen

Als ich vom Tal-Ende wieder an der Fischunkelalm Alm am Ende des Obersee zurück war, sind mir dann die ersten Touristen-Mitfahrer der ersten Fähre entgegengekommen. Ja, ich war schnell unterwegs. Trotzdem da. Pause. Genießen.

Fischunkelalm
Obersee mit Fischunkelalm und Blick auf Hagengebirge

Watzmann, Watzmann, Schicksalsberg,

Schlimm war der Abstecher an den Watzmann-Gletscher zu der Eiskapelle. Klein ist der Gletscher, sehr klein. Unglaublich wie sehr der Klimawandel am ewigen Eis lutscht. Die Eiskapelle die ich von Bildern nur als große Grotte kenne ist nur noch eine kümmerliche kleine Höhle. Betreten verboten. Einsturzgefahr!

Eiskapelle am Watzmanngletscher

Den Instragram’ern ist das alles ja egal – da wird munter am Eingang posiert. 

Instagamable

Am Nachmittag wurde das Wetter wirklich schön und die Flut der Touristen unerträglich. Der richtige Zeitpunkt sich schnellstmöglich aus dem Hexenkessel zu verabschieden und das Weite zu suchen.

St. Johan und Paul Kapelle am Königssee

du bist so groß und i nur a Zwerg.

Was mir bleibt ist die Erinnerung an die Watzmann-Ostwand (kein Ziel für mich…) und der Vorsatz mit der Familie nochmals den Weg hier her zu nehmen. Für eine kleine gemütliche Runde. Sehenswert ist der Königssee allemal. Und der Watzmann sowieso. 

Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Königssee

Workshop Komposition & Zufall

Am 3. Tag auf der Burg wollte ich mich dem Thema Komposition widmen. Wer MantesDas Foto“ aufmerksam gelesen hat kann so ein Workshop ja nicht wirklich schocken. Aber was soll das mit dem Zufall? Komposition ist doch was geplantes, Struktur im Bild, Linien die mich hin das Bild hineinführen, Rahmen die meinen Blick nicht aus dem Bild lassen, Farben die meine Aufmerksamkeit auf den wichtigen Teil lenken der natürlich im Goldenen Schnitt liegt. Wo ist da der Zufall?

Ähnlich wie im Workshop „Serielle Konzepte“ hat Ina Busch hier einige Fallstricke vorbereitet über die wir zu springen hatten – aber der Reihe nach.

Initial haben wir uns über die klassischen Elemente der Bildkomposition unterhalten. Ein nettes Sammelsurium ist da zusammengekommen. Feininger und Mante hätten bestimmt noch was ergänzt – aber die wesentlichsten Punkte waren am Ende auf dem Flipchart.

Themensammlung

Ina hatte wieder lustige Fotoaufgaben auf Zettelchen vorbereitet aus denen wir uns eines aussuchen durften. Zusätzlich gab es von Ina noch aus dem Sammelsurium der Konzeptrezepte eine ganz persönliche Zusatzaufgabe.

Somit bin ich mit der Aufgabe „Als das Bild auseinanderbrach“ mit der Zusatzaufgabe „Komposition nicht am Rand“ auf die Reise geschickt worden.

Und weil ich ja auf der Burg meine Komfortzone weit weit überschreiten wollte habe ich mir noch ganz persönlich weitere Fallstricke hingelegt. Alles in schwarz/weiß im 1:1 Format (und somit auch OoC) und anstelle meines festgerosteten 16mm (=24mm) dann heute bitte mal mit 90mm (=135mm). 

Bis zum Mittagessen bin ich also einmal um die Burg und habe so ein wenig vor mich hingeknipst und versucht in den geeigneten Foto-Mood zu kommen. „Nicht am Rand“ geht ja noch – aber wann fucking bricht ein Bild auseinander? Oder wie? Warum?

Vor dem Mittagessen habe ich noch schnell die Bilder importiert und mir das bisherige Ergebnis angeschaut. Ich schaute hin, ich schaute her, ich schaute hin und schaute her – bing! Plötzlich sticht es mir ins Auge.

Dann war das Konzept klar, dann war es logisch wie das geht. Ich hatte plötzlich konkrete Ideen und musste nach dem Mittag nur noch die Motive „pflücken“. Unabhängige Bilder die in Beziehung stehen, die sich etwas gemeinsames teilen und trotzdem nicht zusammengehören. Ein Bruch im Bild. 

Ich bin mit der Umsetzung zufrieden gewesen. Wenn ich jetzt mit etwas Abstand draufsehe entdecke ich doch noch Schwächen. Ansätze zu verbessern. Auch die Idee die Serie fortzuführen ist da. Es fehlt nur die Zeit. Und inzwischen die Muse. 

Da Artikel wie guter Wein reifen müssen hatte ich beschlossen den ursprünglichen Artikel einfach mal (versehentlich) zu löschen und neu zu schreiben. Übung soll bekanntlich helfen.

Workshop Serielle Konzepte – Teil 2

Weiter ging es am 2. Tag des Workshops „Serielle Konzepte“ mit Ina Busch. Von den 4 Themen hatte ich ja das erste „abgehakt“ – und wenn ich am Vortag noch fest davon ausgegangen bin, die restlichen 3 Themen auch noch „schnell“ zu machen, so war ich mir dessen heute nicht mehr so sicher. 

Die kritischen Fragen von Ina haben mich doch deutlich zum Nachdenken gebracht. 

In voller Verunsicherung habe ich mich noch vor dem Frühstück hingesetzt und ganz ordentlich zu 2 Themen mal eine kurze Recherche gemacht und ein ordentliches Mindmap erstellt. Beraterleben halt. Kann nix anderes – Probleme gehören kleingehäxelt, strukturiert, analysiert und visualisiert.

Das ist das Leben und es passiert wirklich gerade jetzt
Das ist das Leben und es passiert wirklich gerade jetzt
Heimat in Dir,Heimat in mir.
Heimat in Dir, Heimat in mir.



Und nach dem ich den formalen Kram runtergeschrieben hatte, nochmals einen Kaffee getrunken und das Ganze dann nochmals versucht hatte mit dem Herzen zu sehen, da bekam ich viele neue Fragen und ein paar wenige Antworten.

Es ist sehr interessant wie solch ein einfaches Thema wie „Heimat“ in der Diaspora für (persönliche) Fragen aufwerfen kann. Die Heimat in Dir, die Heimat in mir. Was ist denn meine „Heimat“? Kulturell und gebürtig bin ich Württemberger, mein aktueller Lebensmittelpunkt ist in Poing bei München, meine Wahlheimat Mainfranken, meine Sehnsucht die Welt? Was ist Heimat eigentlich? Ein Gefühl? Eine Überzeugung? Und wie zeigt man das als Bild? Es ist kompliziert.

Heimat ist also eher meine Geschichte. Meine Herkunft. Und damit ist nicht unbedingt eine schwarz-rot-gold-Region gemeint. Heimat ist da, wo mein Herz ist (oder sein möchte). Und das muss nicht unbedingt da sein, wo ich geboren wurde oder lebe. Für jeden ist das ein anderer Ort. Ein Baum am See. Eine Stadt. Ein Berg. Eine Region. Damit ist Heimat individuell und damit nicht zu verallgemeinern. Noch weniger ist es etwas, was sich Menschen zu eigen machen können und Heimatlose daraus zu vertreiben. 

Da Heimat etwas so Individuelles ist, habe ich mich entschlossen einen Prolog zu schreiben der dem geneigten Betrachter der Bilder einen Hinweis auf meine „Heimat“ gibt. Ansonsten wären die Bilder zu Kontextfrei. Titel muss sein. Immer. Der Bezug zur Diaspora in der Rhön und somit also die Abwesenheit von Heimat bzw. die temporäre Heimat in der Gemeinschaft der Fotografen zu zeigen musste die Burg Fürsteneck als Konstante im Bild herhalten.

Fotografisch wollte ich ein paar Dinge anders (besser?) machen und hatte mich daher aktiv auf das Querformat, Farbe, JPG (OoC) und 24mm eingeschränkt. 

Ob das die Bilder (oder gar das Konzept/Story) besser gemacht hat? Keine Ahnung.

Letztendlich ist die Serie ein ziemlicher Seelenstriptease. Warum ich ihn trotzdem hier veröffentliche? Warum denn nicht? Frei nach Zurmühle erzählt jedes Bild etwas über den Fotografen. Ob er will oder auch nicht.

Heimat in mir

Aufwachsen in einer metallverarbeitenden Fabrik,

in einer mittelalterlichen Stadt,

nahe von Wald und Natur,

entlang von Weinbergen,

gibt es selbst in der hessischen Diaspora 
            überall ein Stückchen Heimat

                                               Wo siehst du deine Heimat in der Diaspora? 





Danke Ina!

Workshop Serielle Konzepte – Teil 1

Mit dem Thema „Serielle Konzepte“ beschäftige ich mich implizit schon länger. Mit dem ersten Foto-Marathon München kam ich explizit damit in Berührung. Ein Oberthema und 12 Einzelthemen. Das Oberthema ist im Wesentlichen ein Serielles Konzept.

Aber natürlich habe ich auch sonst schon von „Serieller Fotografie“ gehört, also zB einen Tag (Monat/Jahr/Leben) lang nur rotes/Türen/Bierdosen/etc. fotografieren. Mein verehrter Foto-Freund Matthias hat das in seiner ersten Elternzeit betrieben – ich war immer total begeistert wie er das umgesetzt hat.

Ich habe mich bisher noch nie zu solch einem Projekt hinreißen lassen. Es hat entweder die Idee, die Zeit oder beides gefehlt. 

So ein Fotoworkshop ist da eine feine Sache – man hat Zeit und bekommt Aufgaben gestellt.

Unsere Kursleiterin Ina ist ein wenig schnell in das Thema eingestiegen, allerdings hat sie uns auf dem (Projekt-)Weg sehr gut begleitet.

Unter 4 Themen konnten wir uns etwas aussuchen

Serielle Konzepte Themenvorgaben
Serielle Konzepte Themenvorgaben

Als erstes bin ich auf das Thema „Mensch ohne Mensch“ angesprungen. Zu ein einfach erschien mir das Thema und die Umsetzung. Was zeigt einen Mensch ohne einen Menschen zu zeugen? Die leere Kaffeetasse? Ein verlassener Stuhl? Prompt hatte ich auch schon eine Bildidee im Kopf aus der sich eine ganze Story werden könnte. 

So bin ich auch relativ schnell wieder mit 6 Instax Polas wieder aufgetaucht – ehrlich gesagt auch recht überzeugt und stolz – um dann zu sehen und zu hören was man da noch besser machen kann.

Bildformat, Brennweite, Ausrichtung, Bildlook, Abstand zum Sujet, Entwicklung… alles hat einen Einfluss in einem seriellen Konzept, ein Wechsel sollte wohlbedacht sein. Ich hatte da mal elegant die Ausrichtung zwischen Hoch-/Querformat munter gemischt. 

Nicht so wild mein Ina – und fängt an meine Polas zu sortieren, hin und her – und ich denke noch so: „Hey – mach mein Konzept nicht kaputt! Sieht du es nicht?“. Offensichtlich nicht… soviel zur Story in meinem Kopf…

Ein Bild hat Ina dann relativ schnell aussortiert: Bitte wenn überhaupt im Stil der anderen Bilder nochmals neu machen, das andere hat sie binnen Sekunden als den Lückenfüller identifiziert. Fuck! 

Also bei 2 Bilder „zurück auf Los“. 

Was mich mehr überrascht hat, war der schnelle Blick von Ina auf die anderen Bilder um sofort zu erkennen was mein eigentlicher Stil ist. 24mm, nicht voll offenblendig, Vordergrund/Mittelgrund/Hintergrund. Und ja – wenn 4 von 6 Bilder den einen Stiefel tragen, dann fallen eben 2 „andere“ auf.

Also nochmals zurück und nochmals 1 Bilder nachgemacht.

Bei der Bearbeitung (=Slideshow in PPT erstellen) habe ich mir erlaubt jedem Bild einen Titel zu geben. Frei nach der Motivlinse aka Nahlinse von Monis Motivprogramm: Jedes Bild hat das Recht auf einen Titel! Und was macht Ina? Warum ich dem Bild einen Titel geben würde? What? Also darüber streite ich nicht… diese kleine Kätzerin! Ja, es war nicht die Aussage „Mach den Bildtitel weg“ sondern die Frage „Warum verwendest du einen Bildtitel“ – doofe Beraterfragen! Ja – weil… weil da so ist!

So. Aber jetzt seht euch das Ergebnis selbst an!

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Thema von Anders Norén.