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mein fotografischer weg

Archive (Seite 2 von 15)

Verkehrte Welt

Die Welt steht Kopf. Und es wird noch eine Weile brauchen, bis wir wieder richtig auf dieser Welt stehen.

Die Bilder sind quasi noch vor Corona entstanden, an Fasching. Damals waren wir noch der Meinung, dass die paar Münchner Fälle gut im Griff sind und die Faschingsnasen nur in NRW bleiben. Ischgl hatte ich nicht auf dem Radar.

Ein kleiner Spaziergang nach einem Regen, die Welt von oben spiegelt sich im Unten. Die Welt ist irgendwie noch heil.

Corona bleibt uns noch eine Weile erhalten. Länger als es dauert bis eine Pfütze nach einem Regen wieder ausgetrocknet ist. 

Schauen wir einfach nach vorne – und nicht nach unten.

1/r²-Gesetz

Ähnlich wie bei meinen Blumenbildern wollte ich einfach mal mit dem Licht und dem Zentralverschluss der Fuji X100 herumspielen.

Für Selbstportraits (kann man ja immer mal so als Profilbilder) wollte ich testen, wie ich einen abgesoffenen Hintergrund hinbekomme.

Ich würde mal sagen, es hat funktioniert – auch, wenn die Teststrecke lang und steinig war.
Was habe ich dabei gelernt?
Das 1/r²-Gesetz funktioniert. (Licht fällt im Quadrat zur Entfernung ab) Der Weg ist aber schwierig. Selbst mit einem Zentralverschluss der einem beim Blitzen eine 1/4000 Belichtungszeit ermöglicht und damit das Restlicht des Raums ausblendet, selbst dann ist die Balance aus Blende, ISO und Blitzleistung schwierig.
Und ich habe gelernt, dass ich kein gutes Model bin. Jedenfalls, wenn ich vor meiner eigenen Kamera stehe.
Aber es geht auch freundlicher. 😀 

Alle Bilder mal wieder direkt aus der Kamera, kein Lightroom – nix. Nur JPG und sonst nix.

Früh(Stücks)Meditation

Mein (erster) Wecker klingelt um 06:05.

Dann beginnt die tägliche Routine. Manchmal rasieren, immer duschen. Anziehen, Frühstück vorbereiten, Brotzeit (Vesper) für die Kinder machen. Oft begleitet mich der Tagesticket-Podcast in den Minuten 

Jeden Tag, meist auch am Wochenende. Okay – der Wecker geht da nicht an. Mein innerer Wecker steht trotzdem auf 06:00.

Jeder Tag das (fast) gleiche Procedere. 
Jeden Tag der (fast) gleiche Rhythmus.
Jeden Tag aber auch meine Zeit.
Mein Ritual.

Der Tagesablauf hat sich mit den Kindern etabliert. Meine Frau hat oft in der Nacht sich um die Kids gekümmert und von daher die extra-Stunde am Morgen bekommen, ich habe die Frühschicht übernommen. Ganz früher war ich die Eule und hab gerne und oft bis nach 9 Uhr geschlafen.

ZzT (es ist die Corona Zeit) schlafen die Kinder oft etwas länger und es gibt zusätzliche Zeit für einen Moment Zazen. 

Das gibt zusätzliche Ruhe.

Der Tag kann beginnen. Es wäre manchmal schön, die Ruhe würde länger anhalten und der Tag würde ähnlich strukturiert enden.

Flashback Friday: Green Power

Wenn man mit etwas „Freizeit“ durch seine alte Natur reisen kann, dann kommt man auch endlich dazu den einen oder anderen Ausflug bzw. Abstecher zu machen zu dem man sonst irgendwie keine Zeit hat. 

Als ich vor 20 Jahren aus Bietigheim-Bissingen weggezogen bin, da stand dieses Wunderwerk der Technik noch nicht. Man kann sich nun sehr lange darüber streiten ob so ein Windrad estetisch ist oder ob es doch eher die Landschaft verschandelt. Für mich persönlich ist es gewöhnungsbedürftig – aber auch sehr mutig! 

Als Fotograf kann ich solch einem „Spargel“ natürlich auch etwas ganz anderes abgewinnen. 

Wir machen Zuhause ja Solarstrom – aber ohne Wind geht es nicht. Der bläst nämlich auch Nachts. Wenn unsere PV Anlage nix produzieren kann.

Ach ja, einer der wenigen Momente in denen ich sehr gerne einen ND Filter dabei gehabt hätte. 

Nachtrag: Inzwischen habe ich noch einen weiteren Spargel fotografiert.

Heimatfilm: Poing

Prolog: Eigentlich ist es mir nicht nach bloggen. Es ist März 2020 und ein beschissener Virus wirft unseren Alltag durcheinander. 

Der Titel Heimatfilm ist eigentlich (c) von Stefan Senf – ich klaue mir den hier mal, weil er passt fast gut. (Und er auch nix dagegen gesagt hat)

Lokaler Industriebetrieb und unser Glasereibetrieb

Fast gut, weil ich meinen Wohnort nicht als „Heimat“ bezeichnen würde. Aber das hatten wir hier schon.

Einer der vielen Logistikbetriebe und unser lokaler Fernsehhändler

Nach einer kleinen Anregung bin ich (mal wieder) auf dieses „Poing“ aufmerksam geworden. 

Baumarkt-Kette und unser lokaler Fachmarkt für Tier, Garten, Haus und Hof

„Poing ist nicht schön – aber unheimlich praktisch“. Dieser Satz wird unserem (Alt)Bürgermeister Hingerl gerne in den Mund gelegt. Recht hat er.

Bäckereikette und Bäckereimeister

Poing ist vor allem getrennt. Durch eine S-Bahn. In ein Poing-Süd und Poing-Nord.

Neue katholische Kirche und alte katholische Kirche

Poing-Süd, das ist das alte Poing. Das mit dem Rathaus, dem Maibaum-Platz an der Kirche, dem Einzelhandel und den Handwerkern.

Neue Sparkasse und Volksbank im Mehrfamilienhaus

Poing-Nord, da wohnen die „Zuzognen“ (also ich…) und die „Preissn’“ (also ich nicht…), da sind Sportplatz. Schulzentrum, die Logistikfirmen und die Einkaufszentren. Nicht zu vergessen die einzige Tankstelle. 

Neue Ortsmitte und Maibaumstandplatz an der Kirche

Ein Nord-Süd-Gefälle geht durch die Gemeinde.

Logistikfahrzeuge und Menschenbeweger

Ein Kontrast der zwischen Groß und Klein, Alt und Neu oder Heimat und Fremde einen nur so anschreit, wenn man genauer hinsieht. Das Neue verdrängt das Alte.

Uniformität und gewachsene Strukturen

Auf die Bilder bin ich nur bedingt stolz. Ich könnte den harten Kontrast durch die Sonne jetzt als Stilmittel deklarieren, mit dem ich den Kontrast zwischen den beiden Poing unterstreichen möchte.

Steingarten und Garten

Tatsächlich hatte ich nur diesen einen (freien – vor-Corona) Sonntag, um die Bilder zu machen. Mir wäre Regen viel lieber gewesen, um die Trostlosigkeit zu unterstreichen. Jetzt sind die Bilder wie sie sind. Basta.

Konsumtempel und Meister-Metzger

Flashback Friday: Fingerübungen

Am Sonntag hatte ich die Gelegenheit nach einer Familienfeier einen kleinen Photowalk durch Bönnigheim zu machen. Bönnigheim, das ist eine kleine württembergische Stadt mit viel Geschichte, unweit meiner Heimatstadt und seit einigen Jahren das Zuhause meines großen Bruders. Eigentlich ein Dorf, aber wie gesagt mit viel Geschichte und Charme.
Photowalk um 9:30 auf einem Dorf? Naja, mehr als 2-3 Leute werden das nicht. Aber am Ende war es eine stolze Truppe von 15 Leuten die mit Stativ, Kamera und Rucksack durch die Gassen zog. Photowalk auf einem Dorf das ich eigentlich kenne? Naja, da werde ich nix neues entdecken. Aber man kann neues entdecken. Und dabei einfach ein paar Fingerübungen machen.
Während die einen mit großem Rucksack, DSLR und Stativ unterwegs waren, hatte ich lediglich meinen kleinen Camslinger dabei inkl. dem Panasonic 7-14 and der GX8 und dem Panasonic 42,5/1,7 an der GM5. Ist schon etwas Luxus mit 2 Bodies rumzulaufen – aber sooo winzig wie die sind, fällt das ja nicht ins „Gewicht“.
Meine primäre Idee war es mit der GX8 und dem 7-14 ein paar schöne Bilder von diesem alten Weindorf zu machen. Fachwerk, enge Gassen. Schon beim Start am Schloss merkte ich: 7mm (aka 14mm am Kleinbildsensor) ist verdammt viel Brennweite. Den Plan muss ich optimieren. Also klassische Landschaftsfotografie in der (Klein-)Stadt. Vordergrund, Mittelebene und Hintergrund. Gar nicht so einfach in einem Dorf. Also mussten Bäume, Sträucher und Blumen herhalten um eine Ebene ins Bild zu bekommen. Ab und an dann auch mal Details, was kurioses oder etwas negativer Raum.
Was sich als sehr hilfreich erwiesen hat war das Klapp-Schwenk-Display der GX8. Wer es einmal hatte – der will es nicht mehr missen! Da ist die GM5 fast schon irgendwie „kastriert“. Unübliche Positionen sind auch möglich ohne im Schmutz zu liegen. 😉
Die Bilder sind mehr-oder-weniger alle OoC, nur RAW2JPG mit Lightroom Auto-Tonwertkorrektur und ein paar kleinen Zuschnitten/Korrekturen. Wie immer: Max. 60 Sekunden pro Bild.
[Edit] Was mir absolut fehlt ist der Austausch mit den anderen Fotografen. Erst die nachträgliche Reflektion, der Vergleich dessen was der einzelne gesehen hat, erst dieses auseinandersetzen mit dem Sujet bringt einen eigentlich auf neue Ideen & Gedanken für die nächste Tour. Von 2 Mit-Walkern habe ich den Facebook Account, und was ich dort bisher gesehen habe ist einfach komplett anders und in seiner Art sehr gut.
Ich denke ich habe da ein paar ordentliche Fingerübungen abgeliefert – seht selbst und vielleicht gibt es ja auch mal einen Kommentar?

[RETROSEPKTIV]
Die Erfahrung mit dem Klapp-Schwenk-Display kann ich nach 2 Jahren mit der X-Pro2 heute bestätigen. Die X-T20 hatte deswegen die letzten 2 Jahre deutlich mehr Einsatz bei den Familienausflügen als die X-Pro2. Auch deswegen wurde die X-Pro2 durch eine X-T3 abgelöst.

Weiterhin hat sich nach dem Stadtrundgang ein netter, aber leider viel zu selten persönlicher, Kontakt mit Joe etabliert. Joe begeistert durch viel fotografisches Engagement und tolle Reisebilder. Ein Besuch auf Facebook macht Spaß!

Flashback Friday: Chinagarten Stuttgart

Original vom 4.9.2012

Da wohnt man mehr als 25 Jahre in der Nähe von Stuttgart – und trotzdem lernt man die schönsten Ort in einer Stadt nur durch Zufall kennen!

Vor ein paar Wochen habe ich für einen Kollegen bei einer meiner vielen Dienstreisen nach Stuttgart eine kleine Besorgung gemacht. Ich bin per Navi (hüstel) auf den Killesberg geschickt worden und dann per Navi wieder zurück an den Hauptbahnhof gefahren. Dabei bin ich dann an einem kleinen chinesischen Garten vorbeigekommen. 

Heute war es dann mal soweit, dass ich noch am Hellingen Tage mit dem Auto und der Kamera in Stuttgart war. Und Zeit hatte ich auch noch ein klein wenig. Also rein ins Internet, die Adresse rausgesucht und hingefahren zum Chinagarten Stuttgart

Gerne wäre ich nicht nur zum fotografieren im Garten gewesen – aber das anwesende Publik hat nicht zu einer Runde Tai Chi und/oder Meditation eingeladen… 

Pagode

Brücke mit See

Alle Bilder mit (der Nikon D7000 und) dem 50mm/f1,8 und Out of Cam.

Die Reduktion auf das 50er hat viele Vorteile – aber auch viele Einschränkungen! Für das eine oder andere Motiv hätte ich mir gerne mehr Weitwinkel gewünscht!

Up, Up and Away

Struktur

Eine ähnliche Faszination wie die Sterne übt die Fliegerei auf mich aus.
In jungen Jahren habe ich nur wegen einem Spiel neidisch von meinem Schneider CPC auf die Commodore C64 Fraktion geschaut: Flightsim!

DDR Flieger

In den Neunzigern war ich sehr viel unterwegs und bin mehrmals die Woche geflogen – heute für mich ein ökologischer Wahnsinn! Inzwischen liebe ich die entspannte Fahrt im Zug.

Powered by Porsche

Trotzdem kann ich es nicht lassen ab und zu auf YouTube diese Videos von gefährlichen Landungen etc. anzusehen. Ja ja.. Clickbait. Erwischt nich auch.

Orange

Eine neue Kamera, ein trübes Wochenende – was liegt näher als einen Ausflug in die Flugwerft Unterschleißheim – die Außenstelle des Deutschen Museum zu unternehmen?

Übersicht

Und weil wir da schon zig mal waren – einfach mal mit dem Fokus auf was anderes: Diesmal Details.

D-EFJL

Es sind Fingerübungen um die Kamera besser kennenzulernen.

Motor

Übungen zur richtigen Belichtung mit #ishootjpeg.

Big Wheels keep on turning

Eine Reduktion des Sehens auf Formen, Farben und (kuriose) Details

Remove the Bomb before flight!

Und ein entspannter Tag mit der Familie. Ohne Fokus auf Fotografie.

Ein Quantum Licht

Sterne haben mich schon immer fasziniert.
Spätestens seit dem ersten Besuch im Stuttgarter Planetarium, wo der Projektor zu „Also sprach Zarathustra“ aus dem Boden gefahren wird. Ich war damals vielleicht 10 oder so, es war am Geburtstag meiner Kindheitsfreundin.
Ein Planetarium gibt es in München leider nicht mehr, es ist dem Sparzwang zum Opfer gefallen. Eine Großstadt sollte nach meiner Meinung ein Planetarium haben – ein einmaliger Platz Kindern und Jugendlichen die Unendlichkeit des Weltraums und damit die Endlichkeit unserer kleinen blauen Murmel begreiflich zu machen. Soviel zur Weltstadt mit Herz.

Mond 2011 – Nikon D7000

Natürlich habe ich mich als Fotograf auch schon mal mit dem Mond und den Sternenhimmel beschäftigt. In den einschlägigen Fotopodcasts wird das ja immer wieder erläutert. Ist der Mond doch ein tolles Beispiel für Unfähigkeit der Matrix-Belichtungsautomatik. 19% grau im Mittel. Bang. Überbelichtet. 

Okay – Mond. Done it. (ja – geht noch besser!)

Auch mit der Sternen(Milchstraßen-)fotografie habe ich mich einige Mal beschäftigt. Meist mit wenig Erfolg. 

Startrails 2014 – Nikon D600
2019 Milchstraße Burg Fürstenecke/Rhön – Fujifilm X-Pro2

Die Ergebnisse waren bisher immer “dürftig” – alles andere was ich sonst so gesehen habe. Muss also besser gehen – aber wie?

Der Erfolg hat hier einige Kriterien/Voraussetzungen – und es ist nicht wirklich die Kamera!

  1. Nimm ein Stativ mit….
  2. Suche eine sehr gute Location!
  3. Nehme dir Zeit
  4. Nehme dir noch mehr Zeit…
  5. Sehe und Lerne

Und dann gibt es da liebe Menschen in meinem Umfeld die diese Hinweise (und noch mehr) berücksichtigen und sich weit außerhalb meiner (Schlaf-)Komfortzone bewegen.
Die eben keine Mühen scheuen, sich bei zapfigen Temperaturen ins Auto quetschen, gut beschuht und gekleidet im dunkeln loswandern. Die Extrameile gehen.

Auf eine kleine Tour wurde ich von Susanna dann mitgenommen. Es wurde eine Lehrstunde für mich über Achtsamkeit, Zeit, Motivation, Engagement, Extrameile und am Ende auch ein wenig Technik. 

Milchstraße 2019 – Fujifilm X-M1 (Entwicklung by oli)

Gescheitert bin ich am Ende an der Post-Technik. An der richtigen Nachbearbeitung (in Photoshop) um den Sensordaten das richtige Quäntchen Licht zu  entlocken. Wegen dieser Unfähigkeit mussten die Bilder dann auch 6 Monate warten bis Susanna mir dann auch hier weitergeholfen hat.

Milchstraße 2019 – Fujifilm XT20 (Entwicklung by oli)

Ich ziehe meinen Hut Susanna und gestehe: So gerne ich in den Sternenhimmel schaue und mit Begeisterung und Ehrfurcht unsere Milchstraße sehe, so sehr habe ich gelernt, dass der Weg für mich noch sehr weit ist. 

Milchstraße 2019 – Fujifilm X-T20 (Entwicklung by Susanna)

Vielen Dank Susanna für deine Zeit und Geduld mit mir.

Hier noch die Version von Susanna auf Flickr

Schön langsam wird es langweilig...

Ohne Gipfel und doch glücklich

Ein Bild auf einer Werbebroschüre, die ich bei dem letzten Ausflug in den Bayrischen Wald gesehen hatte, war die initiale Motivation an einem freien Tag unter der Woche eine Schneewanderung auf den Lusen zu machen.
Das Bild zeigte an einem sonnigen Tag ein verschneites Wegschild in den Bergen und sollte wohl vor allem die Langläufer motivieren in den Bayrischen Wald zu kommen. 
Klassisches Postkartenmotiv. Das wollte ich auch haben.

Es ging nun aber nicht nur um das Bild, sondern auch um den Berg. Der Lusen ist nicht der Watzmann – aber Schneewanderungen gehören nicht zu meiner Komfortzone.

Die Wanderung startete erst mal gemütlich mit einem Kaffee bei Michael, eigentlich wollte er mit. Aber die liebe Arbeit machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Also dann doch alleine los. Mit Gamaschen bewaffnet und dick eingepackt ging es gen Gipfel. Die Karte kommt aus Komoot – soviel zur Vorbereitung.

Unschlüssig war ich mir noch ob ich das Ganze in 35mm (aka X100F) oder doch mit dem 16-85 variabler fotografieren wollte. Die XT3 mit dem 16-85 hat im Gegensatz zur X100F ja „WR“ drauf stehen – es sollte schneien. Also einfach die Cosypeed aus dem Kofferraum geschnappt und los ging es. 

Nach ein paar hundert Metern viel mir ein: Oh! In der Cosyspeed liegt auch noch das 16er – egal, dann schleppe ich das eben mit hoch – soviel zur Vorbereitung.

Am ersten nennenswerten Motiv nehme ich die XT3 aus der Tasche – und sehe es ist das 16er drauf! Objektivwechsel im Graupelschauer? No way – soviel zur Vorbereitung.

Ich komme weg vom Weg und muss auf einen frisch zugeschneiten Weg abbiegen, ohne Spur. Tiefe Schritte am Berg fallen schwer und ich habe keine Stöcke dabei – soviel zur Vorbereitung.

Der Weg ist nicht nur nicht gespurt, er wird auch eisig. Meine Schuhe haben gut Grip – ich hab trotzdem Respekt davor auszurutschen. Grödel habe ich erst gar keine, hätte mir die ja bei Michael ausleihen können – soviel zur Vorbereitung.

Ich genieße die Stille, den Weg, die Moment, die Bilder die ich sehe. Nicht alles fotografiere ich, einige Momente werden nur in meinem Kopf und meinem Herzen bleiben. Tannen die schwer am Schnee tragen. Zu schade, dass die Sonne sich karg macht, mir fehlt das glitzern des Schnees.

An der gläsernen Arche treffe ich andere Wanderer, mit Rucksack und Tee aus der Wärmflasche. Ich bin ohne Wasser losgezogen da ich „leicht“ wandern sollte. Jetzt merke ich meinen Magen und den Durst – soviel zur Vorbereitung.

Ich komme auf den Sommerweg und der Weg ist schwer. Schneeschuhe wären jetzt besser um mehr über den Schnee zu laufen und nicht bei jedem zweiten Schritt bis zum Oberschenkel einzusacken. Hätte ich mir auch bei Michael ausleihen können – soviel zur Vorbereitung.

Mit Sicht auf den Gipfel zieht es zu, die wenige Sonne die ich an dem Tag hatte (soviel zum Postkartenmotiv) ist ganz weg und der Wind bläst heftig. Ich schaue auf die Uhr und überschlage den restlichen Weg, das Wetter, die Uhrzeit, das Licht. Ich könnte mich durchkämpfen, das Risiko des Wetters eingehen, darauf hoffen nochmals eine Sonnenlücke für ein gutes Bild zu bekommen – oder realist sein und hier in Sichtweise zum Gipfel angesichts des Wegs, des Wetters und der Uhrzeit einfach abzubrechen. Wäre ich bloß früher los! Soviel zur Vorbereitung.

Vor dem Gipfel abzubrechen ist keine Schande. Es ist pure Vernunft. Sicherheit geht am Berg immer vor. Ich hätte mich besser vorbereiten können, ich hätte einen besseren Tag wählen können. Hab ich nicht. Ich hab aus dem gegebenen das Beste gemacht.

Das Beste am Tag war die Ruhe, die Stille, die Zeit für mich. 

Last but not Least gibt es hier doch noch was in Farbe – nein, eine sportliche Höchstleistung war das nicht. 😉
Ach ja – alle Bilder aus der XT3 sind OoC, #ishootjpeg