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Schlagwort: Cluj

Reiseerfahrungen Rumänien

Eine (Foto-)Reise durch Rumänien

Urlaub ist etwas schönes. Es soll eine Zeit zur Entspannung sein. Von Körper und Geist.
Wenn man allerdings anstelle eine Urlaubsreise an den Strand oder in ein schickes Hotel in den Bergen mit der Familie zwei Wochen durch ein (fernes) Land fährt um Land, Leute und Kultur besser kennenzulernen, dann ist die Erholung anders. Anders – nicht weniger und auch nicht nicht vorhanden.

Das ist hier eigentlich mein Foto-Blog, ich zeige auch noch Bilder von Rumänien. Aber jetzt hier heute gibt es mal ein wenig Text zur Reise.

Eine Reise von 2 Wochen durch Rumänien ist definitiv eine Reise in ein fernes Land. Auch wenn es lediglich 1000km mit dem Auto und eine Zeitzone entfernt innerhalb der EU ist.
1000km mit dem Auto – eine lange Fahrt. Deswegen ist meine Frau mit den Kindern geflogen und ich bin mit dem Van gereist. 1000km klingen schlimmer als sie sind. Bis Österreich war es anstrengender als quer durch Österreich und bis Budapest. Ab Budapest wurde es ungemütlich – die sehr guten Autobahnen wurden durch eine einspurige Bundesstraße abgelöst. Das Durchschnittstempo drosselte sich dramatisch. Der Entspannungsfaktor blieb. Erst als es auf Cluj zuging wurde es wieder anstrengender.
Das was symptomatisch für die Reise durch Rumänien – abseits der Städte ist alles sehr entspannt – in den Städten ist es mehr oder weniger wie bei uns. Wuselig.

Mit Rücksicht auf die beiden Kids haben wir keine Rundreise von Hotel zu Hotel gewagt sondern waren an 2 Standorten in Cluj (Klausenburg) und Sibiu (Hermannstadt). Von dort aus wollten wir Tagestouren machen. Tagestouren die eher Gewaltmärsche wurden. Einfach weil man deutschte Kilometer auf rumänische Kilomenter umrechnen muss. 150km rumänische Strecke sind so ungefähr 2,5-3h Fahrzeit. Die Straßen sind anders. Die Durchschnittsgeschwindigkeit auch. Mit der Zeit adaptiert man sich und wird auch entspannter. Dank ausreichender Motorisierung konnte ich den entspanntesten Fahrern (und vor allem LKWs) mit einem kurzen Überholsprint dann doch etwas entkommen. Wir würden es also beim nächsten Mal anders machen und eher von Hotel zu Hotel reisen.

Wer als ortsunkenntlicher hier mit dem Auto fährt sollte sich NICHT auf die klassischen Navigations-Systeme verlassen. Unser SEAT Navi und Google Maps haben uns mehrfach auf Straßen gelotst, deren Zustand nicht ausreichend was. Im Apuseni-Nationalpark wurde aus der Straße irgendwann eine Schotterpiste und später dann ein Waldweg. Wir mussten Bäche und durch Pfützen so groß wie ein Kinderplanschbecken durchqueren. Der Höhepunkt war ein Weg der vielleicht für Traktoren aber nicht für Straßenfahrzeuge gedacht war – die Quittung bekamen wir in Form eines Plattens. Danke Google. Danke SEAT.

Stop! Now!

Wir haben sehr viel gesehen, erlebt und mitnehmen können. Von vielen hilfsbereiten und freundlichen Menschen, von wunderbarer Landschaft, von fremdartigen und beeindruckenden orthodoxen Kirchen und Klostern, von alten Wehrkirchen und Burgen.
Dieses Land hat so viel Geschichte. Wir haben nur ein wenig daran kratzen können.
Wir haben andere Reisende getroffen, viele aus Isreal und tatsächlich auch eine reisende Familie aus Regensburg. Besondern spannend waren die 3 Australier die als Jungesellenabschied mit den gemieteten Enduros durch den Balkan tourten.
Insgesamt haben wir viele Sprachen gehört. Italienisch, Spanisch, Englisch, Deutsch. Rumänien ist ein Reiseland. Definitiv.

Da ich letztes Jahr ja schon einmal alleine durch Rumänien reisen konnte und diese Reise mit der Familie stattgefunden hat, habe ich dieses Jahr nicht so viel fotografieren können und wollen wie es möglich gewesen wäre. Es ist eine Familienreise. Und ich widerspreche jedem der hier sagt: Man kann auch mit Familie eine Foto-Reise unternehmen. Auf jeden Fall solange die Kinder kleiner sind. Unsere beiden Jungs im Alter von 4 und 9 haben andere Ansprüche an Ausflüge. Die Abende sind am Hotel fixiert. Natürlich hätte ich mich jetzt von meiner Familie abseilen können und ganz alleine mal eine Fototour machen können. Hätte ich. Wollte ich nicht.

Trotzdem habe ich die Kamera dabei gehabt. Um genau zu sein zwei Kameras. Und das Duo hat sich sehr gut bewährt.

Shashindo Setup 2018

Die X-Pro2 war (fast) durchgehend mit dem 18-55/2,8-4 bestückt und in der Hand/um den Hals. Wesentlich öfters als gedacht habe ich die X-T20 mit dem 10-24/4 aus der Camslinger Tasche gefischt um damit zu arbeiten. Die kleine X-T20 hat sich als vollwertige Ergänzung zur X-Pro2 bewiesen. Ich bin sehr froh die X-T20 als Backup-/Zweitkamera gekauft zu haben und nicht die neue X-T100. Grund hierfür war das Schwenkdisplay und der X-Trans Sensor – für die neue und kleinere hätte das voll-schwenkbare Display gesprochen. Allerdings hat die kleine X-T100 eben keinen X-Trans Sensor. Was mich am Ende doch oft irritiert hat ist der fehlende Joystick für die Fokusauswahl an der kleinen X-T20. Mal sehen was die X-T30 dann bringt. 😉 Und viele Bilder sind am Ende auch mit dem iPhone entstanden. Und das ist gut so.

Im weiteren bringe ich euch hier dann Thematisch die Bilder aus Rumänien. Ich werde Bilder aus 2017 mit Bildern aus 2018 mischen um dort wo ich jetzt schon mehrfach gewesen bin ein runderes Bild zeigen zu können. Allerdings nicht chronologisch zur Reise.

Ich bin also wieder zurück.

Eine kurze Reise durch Rumänien

Der glückliche Umstand einer Dienstreise nach Cluj/Rumänien die von Donnerstag bis zum Samstag dauerte und die ich bis Sonntag verlängern konnte, ermöglichte mir einen etwas genaueren Blick auf das Land unserer Near-Shore-Tochter zu werfen. Seit ca. 2 Jahren arbeite ich mit Kollegen aus Cluj im Projekt zusammen, letztes Jahr war ich einmal für 2 Tage in Cluj. Jetzt wollte ich das Wochenende nutzen um auch einen Blick über die Stadtgrenze hinweg zu wagen.
Meine ersten Vorurteile zu Rumänien waren schon früh in der Zusammenarbeit mit den Kollegen gebrochen. Alle sprechen ordentlich bis sehr gut Deutsch und die Zusammenarbeit ist höflich-zurückhaltend – die Qualität aber meist gut.
Was wird mich erwarten, wenn ich nun die “Großstadt” verlasse und auf das Land fahre? Man kennt die Bilder aus der Fernsehen und Internet. Alte Frauen mit Kopftuch, Pferdekutschen, marode Häuser, 2. Welt.
Ja, ich habe das alles gesehen. Aber noch viel mehr. Viel mehr schönes, alte Kultur, alte Burgen, Schlösser, Kirchen und Klöster. Alte Städte die über die letzten 75 Jahre nicht ihren Charakter durch Bomben, Wiederaufbau und (Plan-)Wirtschaft verloren haben.
Ich hatte mir in Cluj schon schwer getan die alten Frauen die Blumen auf der Straße verkaufen zu fotografieren. Mir geht es da ähnlich wie Stefan Senf vom Motivprogram in New York: Mein persönlicher Anstand verbietet es mir solche Bilder zu “stehlen”. Und es hätte sehr sehr viele solcher Motive auf meiner Strecke gegeben. Ich bin lieber bei meinen klassischen Motiven geblieben: Land, Kultur, Architektur.
Viele viele Bilder habe ich eben nur mit dem Herzen gemacht, eben weil ich genau “dieses” Bild von Rumänien nicht liefern wollte.
Rumänien ist ein unglaubliches Land mit einer ganz anderen Landschaft. Sanfte Hügel die nun im September eher verdorrt wirken, Maisfelder die stehen bleiben dürfen bis der Mais wirklich trocken ist. Grasflächen auf denen wirklich Schafe, Ziegen, Kühe und Pferde stehen dürfen und sich direkt satt fressen dürfen. Menschen die sehr sorgfältig mit dem wenigen was sie haben umgehen. In großen Teilen hat mich die Landschaft, die Städte aber auch die Menschen ein wenig an das südliche Peru erinnert. Ein großer Unterschied muss aber erwähnt werden: Relativ wenig Müll am Wegesrand. Im Vergleich mit Peru quasi gar keiner. Und natürlich die Burgen, Schlösser, Kirchen und Klöster!
Ich war in katholischen und evangelischen Kirchen – aber auch in orthodoxen Kirchen. Wow! Da steht in Hermannstdt eine evangelische Kirche mit tief-deutschen Wurzeln. Es sprechen nicht alle Rumänen im Siebenbürgenland deutsch – aber immer noch einige. Englisch ist gar kein Problem.
Meine kleine Route führte mich am Samstag von Cluj nach Turda, Alba Iulia und weiter nach Hermannstadt. Am Sonntag weiter über Transfăgărășan nach Schäßburg und zurück nach Cluj.
Das Ganze eher im Galopp – vieles habe ich nicht gesehen oder besucht. In Turda habe ich einiges verpasst (u.a. das Salzbergwerk) und am Transfăgărășan wäre eine gute Gelegenheit gewesen für 3-4 Tage zu wandern. Hermannstadt und Schäßburg hätten auch mehr als nur ein paar Stunden verdient.
Zu viel Land, zu viel Kultur und zu viel Mensch für ein paar Stunden mit dem Mietwagen.
Rumänien ist ein lohnendes Urlaubsziel – man kann so viel sehen und erleben!

On the Road

Letztes Jahr bin ich geschäftlich mal nach Cluj gefahren. Das ist in Rumänien und wir haben dort unsere Software-Entwicklung. Cluj, oder auf Deutsch Klausenburg.

Ich habe extra einen Flug früher genommen um am Abend etwas Zeit für einen Bummel durch die Stadt zu haben – ich liebe fremde Städte und Länder. Gerne in Städten und Länder die eine andere Kultur, ein anderes Leben haben wie in Deutschland. Es ist (finde ich) sehr befruchtend für einen selbst, wenn man über den eigenen Horizont hinaus schaut und sich in andere Länder und Kulturen fallen lässt. Wenn man das, was man sieht nicht spöttisch betrachtet weil “es nicht der eigenen Norm entspricht”, sondern mit offenen Herzen und Augen durch die Straßen geht und es auf sich einwirken lässt. Vieles ist anders. Eigentlich alles. Und das ist gut so.
Cluj ist eine herrliche Mischung aus dem alten Rumänien das man hier und da noch in Berichterstattungen kennenlernen kann und einem aufgeschlossenen neuem Land. Alles steckt hier voller Veränderungen. Es wird renoviert, neu gebaut und vieles ist auch schon gut in Schuss gebracht. Die neuen Gebäude sind viel mit Glas und Chic und irgendwie ein wenig amerikanisch. Trotzdem findet man Hinterhöfe mit Pferdefuhrwerken oder halb verfallene Gebäude. Alles mit Charme. Mit Geschichte. Gerne würde ich noch mehr von der Geschichte erfahren, was irgendwie auch ein Teil unserer Geschichte ist.
In September werde ich wohl nochmals Zeit in Rumänien verbringen, nur ein Wochenende, aber eben nicht dienstlich. Ich bin gespannt was ich da so erleben darf.

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