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Schlagwort: Gedanken

Reiseerfahrungen Dresden

Seitdem meine Geschwister und unsere Cousine die „Ältesten“ in der Familie sind haben wir ein „Basentreffen“ eingeführt. Einmal im Jahr möchten wir die Familie zusammenbringen – und das ist nicht einfach. Knoxville, Stuttgart, Nürnberg, München und Dresden sind aktuell unsere Wohnorte. Und mit dem flügge werden unserer Kinder wird sich das noch weiter verteilen.

Also einmal im Jahr treffen, alle zusammen. Wenn alle kommen, dann sind das inkl. aktueller Freundinnen 24 Menschen zwischen 1-50 Jahren. Eine logistische Herausforderung.

Dieses Jahr ging es nach Dresden – eine wunderbare Stadt! Leider konnten nicht alle kommen, es waren „nur“ 18.

Touri-Ansicht

Wir hatte ein wirklich tolles Hotel (Pension) in der wir alle untergekommen sind. 2, 3 und 4-Bett Zimmer mit guter Ausstattung und einem wirklich tollen Frühstück. Alles gut.

Für uns war der Ausflug nach Dresden auch eine Generalprobe für unseren Sommerurlaub in Rumänien.

Lange Autofahrten, Stadtbummel/-führungen, Kinder-Ausgleichs-Events. Alles muss irgendwie unter einen Hut.

Eine Erfahrung die wir schon letztes Jahr im Sommer auf dem Weg nach Italien gemacht hatten und die sich dieses Jahr bestätigte: Lange Autofahrten ist nix für (unsere) Kinder.

Klar kann man 5-6 Stunden lang auf dem iPad Filme dudeln lassen. Hilft aber nix gegen „ich muss mal!“, „wie lange dauert es noch?“, „kann ich mal was zu trinken haben?“ und unser bekanntes Problem „mir ist schlecht“.

Eine Maßnahme die wir auf Basis einer Empfehlung schon mal für Rumänien umgesetzt haben ist die getrennte Anreise mit PKW und Flugzeug. Für Dresden ging es aber zu siebt im Sharan am Freitagnachmittag auf die Autobahn. Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid.

Eine weitere Erfahrung aus der Reise nach Dresden mit Kindern ist sicherlich die Tatsache, dass neben dem Kultur-Programm auch ein Tour-Programm mit Kinderspielplatz und sonstigen Bewegungsmöglichkeiten nicht fehlen darf. Das war in Dresden noch relativ einfach – in Rumänien wird das sicherlich eine Herausforderung.

Kinderspaß

Nicht nur Kinderspaß

Burg Stople Hausgespenst Basti

Weiterhin durften wir alle Facetten des Auto-Schläfchens erfahren. Unser Kleinster ist regelmäßig mittags im Auto/Bus eingepennt. Dafür blieb er am Abend länger wach und hat auch am Morgen teilweise ein klein wenig länger geschlafen. Wir planen in Rumänien quasi für jeden Tag eine Tour – das mit dem Power-Nap wird uns also dort auch begleiten.

Blaues Wunder Sunset

Last but not least hatten wir nicht nur ein 4er-Zimmer für Eltern und Kinder sondern auch mal getrennte Doppelzimmer. Was bei asynchronem Abendgestaltung dann doch zu erheblichen Eltern-Entzug geführt hat. In Rumänen sieht es ähnlich aus – auch hier wird es spannend.

Family Time

Natürlich war ich auch als Familien-Fotograf tätig. Gruppenbilder, ein paar Schnappschüsse etc. Aber immer wieder bin ich in meine mir bekannte Rolle als Fotograf geschlüpft. Und dabei am Ende auch wieder bei „meiner“ Brennweite. UWW.

Ahnengalerie Fürstenzug

Ich hatte zu der X-Pro2 lediglich 3 Linsen dabei: 50mm/f2, 18mm/f2 und 10-24mm/f4. Während die ersten Tage hauptsächlich das 18mm/f2 auf der Fuji steckte bin ich dann in Dresden relativ schnell auf das 10-24mm/f4 gewechselt. Es ist bei einer Städtetour dann doch das flexibelste Glas. Zudem es ja ausreichend Licht gab.

Friedenszeichen Frauenkirche Dresden

Für die Rumänien-Reise mache ich mir aber trotzdem Gedanken mit welchem Objektivpark ich reisen möchte. Eigentlich nur mit einer Linse – aber nur 10-24mm ist mir das etwas zu gewagt. Und nur ein 23mm/f2 oder 35mm/f2 wieder zu unflexibel. Ich muss da nochmals nachdenken.

Elbe von der Bastei aus

Was ich an der X-Pro2 schmerzlichst vermisse ist das flexible Display der Lumix GX8. Gerade im Bereich UWW gibt es einfach zu schöne Perspektiven, wenn man besonders tief gehen kann. Und um mich vor allen Menschen in den Schmutz zu werfen bin ich irgendwie zu alt. Fast ein Grund für eine kleine Fuji X mit entsprechend flexiblem Display als Zweitkamera.

Raindrops im Zwinger

Und natürlich habe Himmel&Wolken fotografiert. Zunehmend ein deutlich klarer Inhalt meiner Bilder.

Touri-Klassiker Bastei

Was mir noch aufgefallen ist, sind die hohen Reserven der Fuji. Die Schatten enthalten wirklich noch sehr sehr viel Details. Das lässt mich an meine Nikon D600 erinnern.

Ahnengalerie Fürstenzug

Trotz der vielen Reiserei, Autobahn, Laufen, Warten, Steigen, Essen&Trinken und Quatschen war die Woche Dresden/Sächsische Schweiz mit Abschluss in Unterfranken am Ende sehr erholsam. Ich hätte fast mein Kennwort für den Firmen-Laptop vergessen. 😉

 

Zonenrandgebiet

Wer 1989 aktiv erlebt hat, wer noch die Zeit eines geteilten Deutschlands kennt, wer die Schulfahrt nach Berlin(West) gemacht hat inkl. obligatorischem Besuch in Berlin(Ost), wer Aluminium-Geld in den Händen gehalten hat – für den erzeugen ggf. so wie bei mir Besuche an Stellen der Innerdeutschen Grenze (aka Mauer) eine Gänsehaut. Ein Kopfschütteln.

Ich kenne Berlin seit dem ich ca. 6 bin. Wir waren öfters dort um Bekannte zu besuchen. Ich kenne noch die Mauer vor dem Brandenburger Tor. Ich bin im Zug durch „die Zone“ von unfreundlichen Grenzen als 8jähriger Nächtens geweckt worden und ich bin mit Tempo 80 noch auf DDR Autobahnen (mit)gefahren. Palonk. Palonk. Palonk.

1989 war ich 18 und hatte eher mit mir zu tun – die Wende kam so nebenbei. Realisiert habe ich das erst Jahre später, als ich Kollegen hatte, die mit dem Trabi auf den Hof gefahren sind und einen komischen Dialekt sprachen (Fuffzsch).

Je größer der Abstand zu „damals“ wird, je mehr realisiere ich, in welcher komfortablen Welt wir jetzt leben – je mehr bin ich darüber erstaunt was damals passiert ist. Wie es zur Trennung eines Landes gekommen ist. Was da passiert ist. Und: Was Gott sei Dank NICHT passiert ist!

Jedes Mal, wenn ich an der ehemaligen Grenze bin, bin ich dankbar im „Westen“ geboren und aufgewachsen zu sein. Diesmal war ich nicht in Berlin an der Mauer sondern in der Rhön an Point Alpha. Hier steht noch ein Stück der innerdeutschen Grenze, eine Grenze die Dörfer und Gehöfte geteilt hat – aber nie die Menschen.

Möge es so bleiben. Für immer und überall.

Menschenbilder

Die große Medienwelt impft uns gerade ein, dass Facebook, Twitter, Instagram und Snapchat der geile Scheiss ist und es nichts wichtigeres gibt als dort im Sekundentakt auf neuen Content zu prüfen  und sich an den Likes auf den eigenen Content aufzugeilen. Es wird Angst geschürt, dass Bots Wahlen manipulieren und die Welle der Trittbrettfahrer auf Basis von immer schneller und transparenterer Berichterstattung die Polizei mehr in Atem hält als das eigene Ereignis. Es wird diskutiert ob es auf Grund der Generation XYZ neue Arbeitsmodelle (oder gar Arbeitsbegriffe) geben muss da „Mensch“ eigenverantwortlich mit seiner (Arbeits-)Zeit umgehen möchte.

Mag alles sein.

Es gibt wichtigeres.

Der Umstand einer sehenswerten Ausstellung von Annie Leibovitz und einer langen „online“ Bekanntschaft hat mich am Sonntag nach Frankfurt/Main geführt. Frankfurt, das war mal meine Stadt als ich von 1996 bis 2001 dort im Speckgürtel gewohnt habe. Frankfurt, das fand ich (abgesehen vom Gallusviertel) gar nicht so schlimm. Okay, in der Zeit war ich mehr in der Lufthansa-Lounge als Zuhause – aber wann immer ich in der Stadt war fühlte ich mich sehr wohl.

Gründe genug um nach Frankfurt zu fahren und sich Menschenbilder anzusehen.

Woman: New Portrait by Annie Leibovitz. Ausstellung im Kunstverein der Familie Montez, Frankfurt am Main, 14.10.2016 - 6.11.2016

Woman: New Portrait by Annie Leibovitz. Ausstellung im Kunstverein der Familie Montez, Frankfurt am Main, 14.10.2016 – 6.11.2016

 

Menschenbilder von Annie Leibovitz. Eine Mischung aus High-End Portraits (zB die Queen), aus mit Witz inszenierten Bildern und Schnappschüssen. Nur Frauen. Viele bekannte Persönlichkeiten aus den USA, die wir Mitteleuropäer nicht kennen und damit der sympathie/anthipathie-Bonus der Bilder auflöst und der eigentlich Charakter des Bildes in den Vordergrund rückt. Aha – das ist als die Managerin von Internet-Konzern X? Wenn ich es nicht gelesen hätte dann hätte das Bild für mich eine andere Aussage gehabt. Bilder mit Witz, mit Tiefgang, mit Aussage. Technisch nicht immer perfekt. Warum auch? (Link zu Google Bildersuche)

Da stehen zB 4 Frauen im Mittelpunkt der Ausstellung  – je ein Bild von der Strasse und ein Bild in Arbeitskleidung. Die „Normalo“-Bilder zeigen 08/15 Frauen an denen ich sicherlich ohne viel Aufmerksamkeit vorbeigehen würde. Keine Schönheiten, unauffällig.

Akke Alma, Natelle Brennan, Linda Green und Susan McNamara.

Und dann die gleichen Frauen in ihrer Arbeitskleidung – als Tänzerinnen in Las Vegas – geschminkt, buntes wildes Kostüm, barbusig. Ja Annie – erwischt! Da hätte ich mich auch umgedreht. Nicht unbedingt weil die Damen für mich als Sexsymbol gelten würden – aber weil diese Damen dann einfach besonders aussehen und wirken.

Daneben wieder die Bilder von der Straße.

Ein Kontrast den man breiter nicht hätte aufspannen können und der uns zeigt wie oberflächlich diese Welt ist. Wie sehr wir uns von Kleidern & Aufmachung irreleiten lassen. Wie wenig wir doch hinter die Fassade schauen (wollen).

Die Ausstellung ist sehenswert – sehr sogar.

Der Tag wurde mir aber in einer anderen Form noch mehr versüsst. Durch eine nun in Realität fortgeführte Bekanntschaft aus dem WWW, einem lieben Menschen der mit mal sein 105er Macro verkauft hatte (und mich ehrlicherweise davor gewarnt hat es zu kaufen – er lag richtig – ich habe es nicht genutzt und mit Verlust weiterverkauft), einem Menschen der nicht nur tiefsinnige Gedanken hat und schreibt sondern aktuell mit einer wunderbaren Serie von rein analogen Bildern auf seinem Blog hier und da  doch auch optisch mich sehr aufhorchen/-sehen lässt. Es war eine besondere Ehre von Ivan zur Ausstellung begleitet zu werden und dann mit ihm einen – in jeder Hinsicht – „analogen“ Rundgang durch die Stadt zu machen. Analoges Treffen, analoge Gespräche, analogem Kaffee, analoge Bilder.

Nikon FA

Nikon FA

Ich bin gespannt aus aus dem lääängst lääängst abgelaufenen und falsch gelagerten 400er AGFA Farbfilm rauskommt. (Ivan auch) und freue mich auf das nächste Treffen in Frankfurt (dann doch auf dem alten jüdischen Friedhof?) vielleicht ja auch mit anderen Bloggern mit denen ich mich noch viel lieber im realen Leben treffe als nur auf Facebook, Twitter und Instagram.

Danke Ivan für deine Zeit und die Gedanken.

Life is real. Make it happen! 😉