mein fotografischer weg

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Urlaub 2020…

Eigentlich wollten wir ja nach Bella Italia fahren. Eigentlich.
Eigentlich wollten die Kinder nicht schon wieder einen Road Trip machen. Eigentlich.
Eigentlich wollten wir mal 5e gerade sein lassen und nicht jeden Tag was anders machen. Eigentlich.
Eigentlich wollte ich auch wieder 4 Wochen Urlaub nehmen. Eigentlich.
2020 ist aber anders. Also wurde unser Urlaub auch anders

Aus dem Strand wurde eine „Elektro Tour de Ländle“, von Oberbayern über Unterfranken und Rhön nach Württemberg und weiter in den Schwarzwald und ins Allgäu. Überall ein paar Tage, mal bei der Familie, mal in einer Pension, mal auf dem Bauernhof oder in der Ferienwohnung. Und alles mit dem KIA eNiro – ganz ohne liegenzubleiben. 1800km rein elektrisch mit dem KIA eNIRO BEV. Ein Paradigmenwechsel – Urlaub ohne Abgas-Emission, ohne direkte Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Und das Ganze auch familientauglich. Hat funktioniert. 

Deutschland ist nicht unbekannt oder exostisch – eine Chance auf „das Foto“ habe ich mir erst gar nicht gemacht. Ich bin und bleibe der Familienfotograf in den Familienurlauben – wenn auch mir meine Frau mit dem iPhone 8 deutlich Konkurrenz macht. 

Für mich waren der Besuch in Tripstrill und im Schwarzwald ein klein wenig ein Ausflug in meine Kindheit. Also zurück in die 80er. Was liegt also näher, als die Urlaubsfotos dieses Jahrs alles in einem entsprechenden Look zu machen? Ich habe dabei in die JPEG Rezepte von Thomas B. Jones gegriffen und ein „Aged Pola(roid) 80er“ JPEG Rezept verwendet. Ausschließlich. Die ganzen 2 Wochen. Alle Bilder. Die Bilder habe ich mir dann im Polaroid Style ausdrucken lassen. Sehr genial.

Polaroid

Als zusätzliche Herausforderung habe ich nur eine Kamera dabeigehabt: Die Fujifilm X100. Okay – die XT3 mit dem 10-24 lag im Kofferraum, aber „gebraucht“ habe ich die Große dann am Ende doch nicht.

Der Urlaub war kurzweilig, sehr zentriert auf die Bedürfnisse der Kinder. Fotografie war Nebensache.

Neudüsterstein

Der Sommer ist vorbei. Die Ferien auch.

Zum Abschluss wollten wir die Corona-Chance nutzen und das Schloß Neuschwanstein besuchen. Das ist geöffnet – aber wegen der Abwesenheit von vielen Touristen aus Fernwest und Fernost etwas leerer als sonst. Man muss die Karten online buchen, daher ist einfach der 6.9. geworden. Wir haben auf gutes Wetter gehofft und Regenwetter bekommen. 

Man muss es nehmen wie es ist.

Die Führung ist relativ kurz und erklärt wird nicht zu viel, das Schloß und vor allem der Innenausbau ist sehenswert. Keine weiteren Spoiler.

Ebenfalls sehenswert ist der Weg durch die Pöllatschlucht abwärts zum Parkplatz. Mit Blick auf Marienbrücke und Wasserfall – von unten fast besser als von oben.

Ein kleiner Abstecher nach Füssen, mehr war bei dem Wetter nicht drin. 

Man muss es nehmen wie es ist.

Auch Neuschwanstein.

Bewegungsenergie

Inzwischen kann ja wieder in die Museen und Ausstellungen gehen.

In München gibt es eine für mich immer sehr sicheres Ziel wenn es um Ausstellungen im Bereich Fotografie geht: Die Kunstfoyer der VKB.
Aktuell wird hier noch die Retrospektive von Toni Schneiders gezeigt. 

Virtuelle 360 Grad Führung auf YouTube durch die Ausstellung “Schaut her!” Toni Schneiders. Retrospektive.

Kannte ich nicht – aber die wenigen Bilder die man online sehen konnte fand ich interessant. 
Die Ausstellung war nicht nur interessant, sondern hat mich sprachlos gemacht.
Zum ersten Mal sehe ich Bilder eines Fotografen aus den 50er und 60er Jahre, die meiner Bildsprache und meinen Sehgewohnheiten entspricht. 

Emotional ein wenig gepushed mit der Fuji in der Hand habe ich die rest-freie-Zeit genutzt um ein wenig durch München zu spazieren. Habe mich treiben lassen und wieder versucht ein wenig zu sehen und zu fühlen. Es sind nicht viele Bilder die ich mitgebracht habe, aber mit denen bin ich doch irgendwie zufrieden.

Kindheitserinnerung

Unser Vater hatte eine besondere Leidenschaft: Feldhockey. 

Die ganze Familie war am Ende damit infiziert – war auch nicht schwer, wenn man quasi (gefühlt) jeden freien Moment seiner Kindheit auf einem Hockeyplatz oder in der Halle verbracht hat. 

Heidelberg, Kickers, Ulm. Irgendwie waren wir immer im Auto, immer auf dem Weg zu einem Spiel oder einem Turnier, auf einem Platz oder in der Halle. 

Ganz am Anfang war da in den 1970er das alte Vereinsheim. Da ging es immer „Auf’s Plätzle“. Einer langgezogenen Baracke mit Umkleiden und Vereinslokal. Daneben aus 1“ Zinkrohren selbstgeschweißte Spielgeräte. Schaukel aus Autoreifen. 

Und ein Rasenplatz. Nicht so einer wie in Ulm oder bei Kickers, ein Acker.

Man saß draußen auf Bierbänken, es wurde gegrillt und kein Mensch hat was gesagt, wenn ich für meinen Papa eine Halbe geholt habe. Naja, Finger rein in den Bierschaum und abgeleckt. Am Abend ist man mitten zwischen den Erwachsenen auf der Bank eingeschlafen.

Das „Plätzle“ war meine Kindheit. Einen kleinen Marsch entfernt vom Monrepos, mitten irgendwo zwischen den Feldern im Nirgendwo. Eine schöne Spielwiese für uns Kinder.

Heimelig.

1980 hat der Verein dann an neuer Stelle neu gebaut. Groß. Modern.

Anstelle eines Ackers gab es einen Kunstrasenplatz und mit dem kamen die Bänderrisse und verbrannte Schürfwunden.

Ich habe 1986/1987 aufgehört zu spielen. Ich war kein großes Talent und es gab irgendwie wichtigeres in meinem Leben. 

Trotzdem spüre ich heute noch immer eine sehr große Verbundenheit zum Feldhockey. 

Als ich heute meinen großen Sohn zum Aikido-Training gefahren habe, außerhalb von Markt Schwaben, auf dem alten Platz des SC Markt Schwaben, da hat es mich wieder zurückgeworfen. In die Zeit als ich noch klein war und die Zeiten irgendwie in Ordnung. Auch wenn es ein Fußballplatz war.